Stiftungen

Stiftungen der Gemeinde Hamdorf                   (Inhalt: Jörg Thomsen)

 

 

Die Gemeinde Hamdorf ist in der glücklichen Lage über 3 Stiftungen zu verfügen, welche zur einmaligen oder wiederkehrenden Beihilfe von Hamdorfern Bürgerinnen und Bürgern dienen sollen, was in den jeweiligen Testamenten so verfügt wurde.

 

  1. Claus Greve-Stiftung
  2. Dr. Ulrich-Stiftung
  3. Frieda-Möller-Stiftung

 

Vielen Jugendlichen konnte Dank der Vermächtnisse dieser Wohltäter aus Hamdorf bereits geholfen werden. Die Gemeinde Hamdorf kann stolz darauf sein, solche Stiftungen im Dorf zu haben und wird das Andenken an

 

Baurath Claus Greve,

Dr. Alexander Ulrich und

Frieda Möller

 

stets in Ehren halten.

 

 

 

Claus Greve-Stiftung

 

Eine Bestallung (Bestellung) des Königs von Preußen zum Regierungs- und Baurat für den Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Claus Greve kann wohl als Anerkennung seiner Verdienste angesehen werden, die sich Greve u.a. durch den Bau der Grünenthaler Hochbrücke über den Kanal in den Jahren 1890 bis 1892 erworben hatte. Ihm wird auch der Bau der beiden ehemaligen Eisenbahndrehbrücken in Rendsburg, den Vorläufern der heutigen Hochbrücke, zugeschrieben.

 

Claus Greve wurde am 9. März 1846 in Hamdorf geboren. Er sollte eigentlich Bauer werde, aber nach dem Besuch der Dorfschule führte ihn sein Wissensdrang auf das Gymnasium nach Rendsburg und später zum Studium nach Kiel. Die Stätten seiner seiner Tätigkeit waren Frankfurt, Stettin und Eberswalde.

Seine Ehe mit der Lehrerstochter Christine Henriette Katharina Dau aus Keitum/Sylt ( sie starb 1900 im 31. Lebensjahr nach 6jähriger Ehe) blieb kinderlos und so vermachte er sein Erbe seiner Heimatgemeinde Hamdorf.

Claus Greve starb 1927 in Hamburg, er und seine Frau fanden jedoch ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Hamdorf.

 

Seit nun fast 90 Jahren verwaltet die Gemeinde Hamdorf das Greve-Erbe und trägt die Verantwortung für die Verwendung der jährlichen Einkünfte daraus, die nach dem Willen des Geheimen Baurats ( nachdem Bruder, Schwester und seine Haushälterin lebenslang eine Rente erhalten hatten), dazu verwendet werden, dass Mitgliedern der Gemeinde einmalige und wiederkehrende Beihilfen gewährt werden zum Zwecke der Ausbildung an höheren Schulen, Akademien, Universitäten, landwirtschaftlichen Unterrichtsanstalten, Hochschulen und dergleichen.

 

 

Ihm zu Ehren wurde in der Schule das Greve-Zimmer eingerichtet und nach ihm benannt, in dem sich heute die Gemeindebücherei befindet.

 

 

Dr. Ulrich Stiftung

 

Zur Stiftung gehören die 6 Seniorenwohnungen Dorfstraße 27a bis d sowie gegenüberliegend die etwas größeren Wohnungen Dorfstraße 46 a und b. Ebenfalls zugehörend zur Stiftung gehört das Haupthaus Dorfstraße 27, in dem Dr. Ulrich seiner Zeit als Tierarzt in Hamdorf praktiziert hat.

Ein weiteres Wohnobjekt befindet sich in Rendsburg.

 

Dr. Alexander Ulrich wurde am 20. August 1910 als jüngstes Kind des Forstbeamten Alexander Ulrich und seiner Frau Ida in Reiherholz/Ostprignitz geboren. Er wuchs dort wohlbehütet im Kreise der Familie ( 2 Schwestern) auf mit den preußischen Tugenden Diziplin, Fleiß, Pflichtbewusstsein und Bescheidenheit, die er später selbst verkörperte. Durch seine Liebe zur Natur entschied Alexander Ulrich sich nach seinem Abitur zum Studium der Tiermedizin an der Universität Berlin.

Nach seinem Staatsexamen praktizierte er dann ab 1936 als Tierarzt in Fürstenwalde, wo er sich eine gut gehende Praxis aufbaute.

1939 heiratete er seine Ehefrau Hilde. Sie war seine große Unterstützung in seiner Arbeit als Tierarzt und unterstützte ihn bei Operationen, Hausbesuchen und übernahm den Telefondienst.

 

Der 2. Weltkrieg unterbrach seine Karriere, Dr. Ulrich wurde als Veterinäroffzier eingesetzt und stand nach dem Krieg vor den Trümmern seiner Arbeit. Haus und Praxis waren zerstört.

Hilde und Alexander Ulrich zogen gen Westen und landeten schließlich in Hamdorf, wo sie herzlich von der Familie Kaack aufgenommen wurden. Hier in Hamdorf begann Dr. Ulrich sich eine neue Existenz aufzubauen und so wurde 1952 das uns bekannte Haus, nach eigenen Vorstellungen der Beiden errichtet und bezogen. Von hier aus behandelte Dr. Ulrich die Tiere und machte sich unter anderem mit der Betreuung von Pferden einen Namen, weit über die Grenzen Hamdorfs hinaus.

Bis zu seinem 70. Geburtstag hat er noch selbst praktiziert, die Praxis vertrauensvoll in die Hände seines Assistenten und Nachfolgers Dr. Nils Wenzel und seine Frau Karin gegeben.

 

1986 verstarb Hilde Ulrich. Die Ehe blieb Kinderlos. 1991 verfasste Dr. Ulrich sein Testament und entschied sich dafür, dass sein Vermögen nach seinem Tode einer rechtsfähigen Stiftung bürgerlichen Rechts zugeführt wird.

Er verfügte, dass auf seinem Grundstück altengerechte Wohnungen errichtet und unterhalten werden sollten. Diese Wohnungen sollen in erster Linie an in Hamdorf geborenen und lebende Senioren vermietet werden. Darüber hinaus an Senioren aus dem Amtsbereich Hohner Harde.

Desweiteren sollen Studenten der Tiermedizin, Humanmedizin, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Forstwissenschaften und Landwirtschaft zu den Studienkosten bezuschusst werden.

 

Am 06.02.1996 verstarb Dr. Ulrich

 

Sein letzter Wille wurde umgesetzt und die Seniorenwohnungen wurden errichtet. 1998 wurden die 6 Wohnungen Dorfstraße 27 a – d errichtet und bezogen.

2000 wurde gegenüberliegend ein Grundstück erworben und die 2 Wohnungen Dorfstraße 46 wurden fertiggestellt.

Das Haupthaus wurde nach und nach renoviert und ist zur Zeit ebenfalls vermietet.

 

Organe der Stiftung sind ein Stiftungvorstand, bestehend aus

  1. Testamentvollstrecker/Notar
  2. den jeweiligen Bürgermeister
  3. dem jeweils zuständigen Gemeindepastor der nordelbischen Kirche.

 

 

 

Sowie ein Stiftungsrat der sich zusammensetzt aus

Stiftungsvorstand

den jeweils büroleitenden Beamten des Amtes Hohner Harde

dem jeweils leitenden Amtstierarzt

einem festgelegten Steuerberater

einem festgelegte Vertreter der Sparkasse Mittelholstein

 

 

Zur Zeit sind alle Wohnungen der Dr. Ulrich Stiftung vermietet. Die Resonanz ist sehr gut. Es gibt eine Warteliste, so dass auch in Zukunft die Vermietung sicher gestellt ist und der Wille von Dr. Ulrich aufrecht erhalten werden kann und soll.